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Ralf Hannig
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Fernsehturm

Hinweise zur Horizontsicht

An die Möglichkeit, horizontnahe Objekte beobachten zu können, sollten meines Erachtens keine besonderen Ansprüche gestellt werden, da die Refraktion und das Seeing im horizontnahen Bereich schon die visuelle Beobachtung erheblich aber insbesondere die Astrofotografie negativ beeinflussen bzw. nicht sinnvoll erscheinen lassen.

Die Horizontsicht aus einer Rolldachhütte hängt von folgenden Kriterien ab:

  1. Seitenwandhöhe (innen) der Rolldachhütte
  2. Bauart der Montierung
  3. Höhe der Deklinationsachse der Montierung
  4. Himmelsrichtung, in die beobachtet werden soll
  5. Himmelsrichtung, in die das Dach abzurollen ist

Am Beispiel meiner Rolldachhütte (Sternwarte Typ I) mit einer Seitenwandhöhe von 1,99 m an den Traufseiten (Süden und Norden) und 1,95 m an den Giebelseiten (Osten und Westen) mache ich Ihnen hier Angaben über die tatsächliche Horizontsicht. Die Montierung ist eine EQ6 (deutsche Montierung), deren Deklinationsachse mit der Gegengewichtsstange sich in waagerechter Stellung 1,57 m über dem Fußboden befindet.

In Richtung Süden kann ich hier ab einer Höhe von 16° über dem Horizont Objekte beobachten. In östlicher und westlicher Richtung können Objekte ab einer Höhe von 11° beobachtet werden. Da bei meiner Rolldachütte das Dach in westlicher Richtung abgefahren wird, ist in dieser Himmelsrichtung dieser Wert jedoch nicht zu realisieren. Bei meinen örtlichen Verhältnissen ist dies jedoch ohne Relevanz, da die Bepflanzung des Nachbargrundstückes ohnehin die Horizontsicht einschränkt. Aus alledem ist zu schließen, dass eine Rolldachhütte stets so bestellt und aufgebaut werden sollte, dass das Dach in die Himmelsrichtung abgefahren wird, in der ohnehin die Horizontsicht durch Gebäude oder Bepflanzung eingeschränkt ist. Sofern in keiner Himmelsrichtung eine Beschränkung der Horizontsicht durch Gebäude oder Bepflanzung gegeben ist, sollte bei einer Bestellung der Rolldachhütte die Verlängerung der Ausleger auf 7,00 m bei den Sternwarten als Extra bestellt werden. Eine Beschränkung der Horizontsicht durch das abgefahrene Dach ist dann ausgeschlossen bzw. beträchtlich geringer.

Als ein wichtiges Gebot für den Beobachter gilt, dass man nie in allzu großen Zenitdistanzen beobachte. Für visuelle Beobachtungen kann 70o als äußerste gelten (K. SCHILLER, Einführung in das Studium der veränderlichen Sterne, J.A.Barth, 1923).